Wiedersehen bei 45 Grad im Schatten

Unsere 8. Irakreise im Juli 2021

Ein Bericht von David Müller

Nach 16 Monaten Corona-Pause für zwei Wochen wieder im Nordirak.

Während in der kurdischen Regionalregierung viel Bemühungen beim Thema Religionsfreiheit unternommen werden, scheint die Lage in der zentralirakischen Regierung bedrückend schlecht. Dies berichten die christlichen Parlamentarier (v.l.n.r.) Janan Husainy, Mitglied des kurdischen Regionalparlaments; Ano Abdoka, Minister der kurdischen Regionalregierung; und Hoshyar Yalda, Mitglied des irakischen Parlaments.
Romeo Hakari, christlicher Abgeordneter des kurdischen Regionalparlaments und Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses.

 

Hoshyar Siwaily, ehemaliger Minister und aktuell der Verantwortliche der Demokratischen Partei Kurdistans für die Auslandsbeziehungen. Ihm ist der regelmäßige, freundschaftliche Kontakt zu uns wichtig.
Erzdiakon Emanuel Youkhana, Gründer und Exekutivdirektor des nationalen Hilfwerks CAPNI. Er hat wieder viel Interessantes über die Lage der Christen und religiösen Minderheiten im Irak berichtet.
Kardinal Louis Sako, Patriarch von Babylon und weltweites Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche, lud mich spontan zum gemeinsamen Abendessen mit den ca. 80 irakisch-chaldäischen Erzbischöfen, Bischöfen und Priestern ein, die sich zu geistlichen Einkehrtagen trafen. Es war ein sehr herzliches, freundschaftliches Wiedersehen mit vielen alten und neuen Freunden.
Zwischen Najeeb Moussa Michaeel, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Mossul (links) und Yousif Thomas Mirkis, chaldäisch-katholischer Erzbischof von Kirkuk und Sulaymaniya (rechts).
Nicodemus Daoud Sharaf, Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien.
Prinz Amer Seido (2.v.r.) hat viele Stunden mit mir in Lalisch verbracht. Dies ist der heilige Ort der Jesiden. Ich habe viele spannende Einblicke bekommen.
Khalid Jamal, Generaldirektor für christliche Angelegenheiten im Ministerium für Religiöse Angelegenheiten der kurdischen Regionalregierung.
Mariwan Naqshbandy, engagiert für Religionsfreiheit und sozialen Frieden in der kurdischen Regionalregierung.
Kaldo Ramzi, Leiter des Syriac Heritage Museums, erklärt mir die Geschichte Ankawas, dem christlichen Vorort von Erbil, und den intensiven Einfluss der christlich-syrisch-assyrisch-chaldäischen Kultur auf das Leben im Irak. Hier wird sichtbar, dass die Wurzeln des Christentums im Irak tiefer reichen als die des Islam. Der Besuch des Museums ist eine Pflicht für alle, die ein Verständnis für die Zusammenhänge im Irak haben wollen!
Krmanj Othman arbeitet im kurdischen Justizministerium und ist sehr engagiert im Bereich der Menschenrechte. Seine Überzeugung: „Die religiösen Minderheiten haben für die Zukunft des Irak eine entscheidende Bedeutung!“
Pater Jens Petzold ist Prior der Klostergemeinschaft Al-Khalil in Sulaymaniya.
Das Kloster Deir Maryam ist ein Ort für Dialog, Kultur, Forschung und interreligiöses Lernen. Direkt an der bergigen Grenze zum Iran.

Ein sehr nachdenklicher Tag in Halabdscha. Im März 1988 erfolgte dort ein Giftgasangriff durch die irakische Luftwaffe unter Saddam Hussein. Dabei starben zwischen 3200 und 5000 Menschen teilweise sofort auf unvorstellbare Art. Traurigerweise wurde ein Großteil der Anlagen für die Produktion des Giftgases aus Deutschland geliefert. Kurdawan Naqshbandi, Präsident des Ersten Militärgerichts, hat mir aber nicht nur die traurigen Seiten der Gegend gezeigt hat sondern auch die wunderschönen!

Mit Karwan Namiq, NGO-Verantwortlicher im Ministerrat der kurdischen Regionalregierung, in der historischen Altstadt von Erbil.

 
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