Eindrücke und Begegnungen im Irak


Dienstag, 12. März 2019

Autofahrt durch die frühlingshafte Region Kurdistan-Irak



Bei Father Massis Shahinian, dem armenischen Priester in Dohuk, von dem wir sehr ehrliche Einblicke erhalten haben.

Abendessen mit Mikhael Benjamin, der sich intensiv um die Menschen kümmert, die im Irak ihre Zukunft sehen und hier bleiben.


Mittwoch, 13. März 2019

Wir stellen viele Fragen an unseren guten Freund Father Emanuel Youkhana, Leiter der christlichen Hilfsorganisation CAPNI, der unermüdlich dafür arbeitet, dass Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf sondern auch eine Perspektive auf ein Leben in Würde und Sicherheit haben.

Tolles Gespräch mit Lara Zara, der engagierten christlichen Bürgermeisterin von Alqosh. Sie hat viele Gespräche mit internationalen Vertretern, aber es folgen wenig konkrete, politische Massnahmen. Religiöse Minderheiten müssen gleichwertig behandelt werden, damit sie eine Perspektive für sich im Irak sehen!

Bei der Abschlussfeier für den Wiederaufbau von 160 Häusern in der Ninive-Ebene, die aus deutschen Mitteln finanziert wurden. Große Freude bei den Menschen hier!


Waleed musste als Christ vor dem IS fliehen. Er hat sich entschieden als Mitarbeiter einer Hilfsorganisation hier zu bleiben und Menschen in Not zu helfen. Danke für diesen Abend mit dir!


Donnerstag, 14. März 2019

Nadhem lebt seit 2014 mit seiner Familie und 17.000 anderen Jesiden im Camp und hat die Hoffnung nahezu verloren, zurück in seine Heimat Sinjar zu kommen. Sehr bedrückende Situation. Gut, dass sich viele Hilfsorganisationen darum kümmern. Aber was tun wir für eine langfristige Lebensperspektive?


Kurzfristig hat sich ein Treffen bei Behzad Ali Adam zuhause ergeben, dem stellvertretenden Gouverneur von Duhok. Wir wurden herzlich empfangen und erhielten interessante Einblicke. Spannend!


Bei strömenden Regen haben wir Lalish besucht. Das Heiligtum der Jesiden, das nur barfuß betreten werden darf. Höhlengänge, offenes Feuer und rituelles Wasser. Auf diesem Ort baut die Identität aller Jesiden auf. Die meisten wollen aufgrund der schlechten Sicherheitslage und der erlebte Traumata das Land verlassen. Aber das Herz ihrer Religion schlägt hier.


Herzliche Atmosphäre beim Abendessen mit den syrisch-orthodoxen Erzbischöfen Timothaeus Mosa Alshamany (Mor Mattai) und Nicodemus David Scharaf (Mosul) im Kloster Mor Mattai, einem der ältesten existierenden christlichen Klöster der Welt.


Freitag, 15. März 2019

Nach einer kühlen Nacht in einer schlichten Klosterzelle nehmen wir an einem vierstündigen syrisch-orthodoxen Festgottesdienst teil. Es werden 15 überwiegend junge Diakone aus dem zerstörten Dorf Bahzani eingesetzt. Eine Investition in die Zukunft des Landes. Große Momente der Hoffnung und des Glaubens für Menschen, die als religiöse Minderheit zurzeit wenig Perspektive haben.


Samstag, 16. März 2019

Mit mulmigem Gefühl in Karamlesh und Karakosh. Die Zerstörung ist noch deutlich sichtbar. Die Rückkehr geschieht nur zögerlich. Father Thabet sieht mit großer Sorge den Rückgang der jahrtausendealten christlichen Kultur. Gut, dass unsere Freunde hier helfen.


Inspirierendes Follow-Up-Treffen bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Gemeinsam suchen wir nach Lösungen wie ein zukünftiges versöhntes Miteinander der verschiedenen Gruppen im Irak erreicht werden kann.


Es war gut, Dr. Srood Magdasy wiederzusehen. Der engagierte christliche Politiker erklärt uns ehrlich und detailliert die Situation im Land. Obwohl er wenig Hoffnung für sein korruptes Land sieht, in dem moslemische Gruppen wenig von Religionsfreiheit halten und diese aktiv untergraben, hat er sich trotzdem entschieden hier zu bleiben und sich in der Politik zu engagieren. Seine glasklare Botschaft an uns in Deutschland: „Bei aller Sensibilität für Antidiskriminierung müsst ihr euch aktiv für die religiösen Minderheiten im Irak einsetzen. Entscheidet euch, was euch wirklich wichtig ist!“


Sonntag, 17. März 2019

Mar Abrs Youkhanna, Bischof der Assyrischen Kirche des Ostens in Erbil, ist dankbar über die Möglichkeit der überwiegend ungestörten Ausübung seines Glaubens. Er fordert aber nachdrücklich gleiche Recht für Christen im Irak ein. Sie dürfen nicht länger Bürger 2. Klasse sein!


Salwan Zaito ist einer unserer persönlichen Helden. Aus Holland zurückgekehrt begann der Iraker 2008 in einem Studio mit 10 qm „Babylon Media“, das heute mit 10.000 qm und 200 Angestellten das größte private Medienhaus im Irak ist. „Nebenbei“ hat er die „Babylon Christian Community“ mit 17.000 Mitgliedern gegründet. Mit zeitgemäßer Unterhaltung und Antworten auf die praktischen Fragen des Lebens gibt der überzeugte Christ einer jungen Generation Identität und Lebenskompetenz – und formt damit positiv die Zukunft des Landes.


Montag, 18. März 2019

Es war eine Ehre für uns, von Hoshiar Yalda, Mitglied des irakischen Parlaments, und Ano Abdoka, Mitglied des kurdischen Regionalparlaments, empfangen worden zu sein. Aufrichtig haben sie unsere (teilweise auch schwierigen) Fragen beantwortet. Es ist bewundernswert, dass sie als Christen sich in einem politischen System engagieren, das an vielen Stellen mehrheitlich in eine andere Richtung will.